CAT – Salzburg, Sa. 20.12. bis Di. 23.12.2026
Kunst und Spiritualität
Unsere CAT-Gruppe weilte von 20. bis 23. Dezember 2025 in der winterlichen Mozartstadt Salzburg und durfte ein ebenso vielfältiges wie inspirierendes Programm aus zeitgenössischer Kunst, Kultur und Spiritualität erleben.
Der erste Programmpunkt führte uns in die renommierte Galerie Thaddaeus Ropac. In der imposanten Villa Kast eröffneten sich uns die großformatigen Werke von Markus Schinwald. Wir wandelten durch die weitläufigen Räume – stets mit Blick auf den Mirabellgarten – und schmökerten in der hauseigenen Kunstbibliothek.
Unser „Walk of Modern Art“ führte uns anschließend durch das weihnachtlich geschmückte Zentrum Salzburgs und eröffnete uns die Welt zeitgenössischer Skulptur und Installation – unter anderem mit Werken von Marina Abramović, Stephan Balkenhol, Markus Lüpertz und Tony Cragg.
Im Museum der Moderne Mönchsberg besuchten wir mehrere Ausstellungen. Entropic Empire des niederländischen Künstlers Rob Voerman thematisierte das Spannungsfeld von Zerfall und Wachstum und regte zur Auseinandersetzung mit der Zukunft sowie dem Zusammenspiel von Wirtschaft, Ökologie und Gesellschaft an. In einem partizipativen Teil konnten wir selbst als „Architekt:innen“ tätig werden und utopische Bauwerke entwerfen. Die Ausstellung Cascade der britischen Künstlerin Nika Neelova führte in eine poetische Bildwelt, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verschmelzen. Mit einem KI-Bildgenerator (ART-O-MAT) konnte jede:r von uns seine persönliche Zeichnung digital zum Leben erwecken.
Im Rupertinum stand die Ausstellung Was Körper erzählen. Fotografie und Medienkunst von 1945 bis heute im Mittelpunkt; wir sahen Arbeiten von VALIE EXPORT, Julia Fuchs, Seiichi Furuya, Nan Goldin, G.R.A.M. und Cindy Sherman. Ergänzt wurde der Besuch durch die Personale Július Koller. U.F.O.-naut J.K., die Kollers künstlerische Strategie zeigte, den Alltag zur Kunst zu erklären und mit Witz und Ironie Widerstand gegen das autoritäre kommunistische Regime der damaligen Tschechoslowakei zu leisten. Mozart begegnete uns eindrucksvoll in der Ausstellung „Im Bann der Zauberflöte“. Die Zauberflöte zählt heute zu den populärsten und weltweit meistaufgeführten Werken des Musiktheaters und wirkt darüber hinaus als Inspiration für bildende Künstler:innen. Die Ausstellung präsentierte Werke von Oskar Kokoschka, Max Slevogt, Stephan von Hühn und Wolfgang Hutter. Besonders in Erinnerung bleiben uns Mozarts Taufbecken sowie das Schattenspiel „Vanitas“ des französischen Künstlers Christian Boltanski in der Chorkrypta des Salzburger Doms, die Werke von Anselm Kiefer in der Peterskirche sowie die Schwurhand und die Pacher-Madonna in der Franziskanerkirche.
Doch nicht nur Mozarts Geist war allgegenwärtig, auch Georg Trakl und Stefan Zweig begegneten uns auf vielfältige Weise während unseres Streifzugs durch die Stadt.
Das kulturelle Programm wurde durch einen Kino- und einen Theaterabend vertieft. Der Film Eddington von Ari Aster – eine schwarze Komödie und moderner Horror-Western – zeichnete ein verstörendes, zugleich brillantes Bild eines „Amerikas im Ausnahmezustand“ während der Corona-Pandemie und erwies sich als beklemmendes Protokoll gesellschaftlicher Realität. Der Theaterabend mit Adams Äpfel verband absurde Komik mit existenzieller Schärfe und machte deutlich, dass die Gegenwart selbst jede Fiktion überholt. Die Inszenierung zeigte, wie das Aushalten von Widersprüchen und die bewusste Wahrnehmung menschlicher Vielfalt zu neuen Einsichten und zu Versöhnung führen können.
Kunst und Spiritualität
Das unbestrittene Highlight unserer Reise war der Empfang beim hochwürdigsten Herrn Erzbischof Dr. Franz Lackner in seiner Wohnung am Kapitelplatz. Eineinhalb Stunden lang nahm er sich Zeit für unsere Gruppe, schilderte seinen persönlichen Werdegang, motivierte zum Lesen und begeisterte uns für Philosophie. Er zeigte große Offenheit für unsere Gedanken und beantwortete unsere Fragen ausführlich und mit spürbarer Geduld. Besonders eindrucksvoll war seine Interpretation eines Bildes des heiligen Franziskus von Gerald Brettschuh, das er auf inspirierende Weise erläuterte. In seiner privaten Kapelle, gestaltet von Salzburger Künstlerinnen und Künstlern, beteten wir gemeinsam und empfingen schließlich den erzbischöflichen Segen – ein würdiger und berührender Abschluss unserer gemeinsamen Tage in Salzburg.
CAT-Schüler:innen